Das Parlament hat per 2012 die Einführung der neuen Spitalfinanzierung beschlossen. Gleichzeitig gibt es auch Neuerungen bei der Spitalwahl und der Betreibung von ausstehenden Prämien, Kostenbeteiligungen etc. durch die Krankenversicherer.

1. Die Neue Spitalfinanzierung

Das Parlament wollte die Transparenz, die Qualität und auch den Wettbewerb unter den Spitälern fördern. Deshalb wurde per 1.1.2012 die Einführung eines neuen Spitalfinanzierungsmodells beschlossen.


Die bisherige "Tagesvollpauschale" wird durch eine "Diagnose abhängige Fallpauschale" ersetzt. In der Presse wird dafür oft die Abkürzung DRGverwendet, was dem englischen Begriff "Diagnoses Releted Groups" entspricht. Für die Versicherten ändert sich vorerst nichts. Für die Spitäler dagegen ist ein deutlicher Mehraufwand zu erwarten, da die Codierung des komplizierten neuen Abrechnungssystems speziell geschultes Fachpersonal verlangt. Die Kantone wiederum müssen bis 2017 ihre Beiträge an die stationären Aufenthalte auf mindestens 55% erhöhen. Dies führt dazu, dass einige Kantone schrittweise jedes jahr ihren Anteil anpassen und aktuell ebenso viele unterschiedliche Lösungen wie Kantone bestehen.Gespannt darf man auf die Kostenfolgen und Prämienentwicklungen sein und die Frage, ob wirklich mehr Transparenz, Qualität und Wettbewerb erreicht wurde.

2. Die Spitalwahl

Neu darf der Versicherte für eine stationäre Behandlung das Spital frei wählen, sofern dieses auf der Spitalliste des Wohn- oder des frei gewählten ausserkantonalen Standortkantons aufgeführt ist. Dies ist bei fast allen Kantonsspitälern und anderen öffentlichen Spitälern der Fall.

ACHTUNG: Die freie Spitalwahl bedeutet nicht, dass auch alle Behandlungskosten automatisch gedeckt sind. Handelt es sich nicht um eine Notfallbehandlung, sondern um einen Wahleingriff, so werden lediglich diejenigen Kosten bezahlt, welche bei einer Behandlung im Wohnkanton ebenfalls anfallen würden. Dies bedeutet, dass die Versicherten eine allfällige Kostendifferenz selbst bezahlen müssen, sofern dafür keine Zusatzversicherung besteht.

3. Massnahmen bei nicht bezahlten Prämien

Die Krankenkasse muss den Versicherten mahnen und ihm eine Nachfrist zur Bezahlung der Prämien oder anderen nicht bezahlten Beiträgen gewähren. Erfolgt auch innert der Nachfrist keine Zahlung, kann die Krankenkasse die Betreibung einleiten und der kantonalen Stelle eine Meldung über den säumigen Prämienzahler machen.

Wer der Krankenkasse Prämien, Kostenbeteiligungen, Umtriebeskosten und andere Beiträge schuldet, kann die Versicherung nicht mehr wechseln. Liegt zudem ein Verlustschein vor, wird der Versicherte allenfalls nur noch notfallmässig behandelt und -je nach Kanton- auf einer "Schwarzen Liste" aufgeführt. Diese Liste ist allerdings nicht öffentlich zugänglich, sondern kann lediglich von den medizinischen Leistungserbringern eingesehen werden (Ärzte, Spitäler, Physiotherapeuten usw.).